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Diplomfeier 2016 der Schule für Mode und Gestalten

9 Bekleidungsnäherinnen und -näher und 12 Bekleidungsgestalterinnen und -gestalter konnten am Berufsbildungszentrum (BBZ) Olten ihre Diplome entgegennehmen.

«Das ist ein ganz besonderer Abend», hielt Schulleiterin Cornelia Jelitto zu Beginn der diesjährigen Abschlussfeier der Schule für Mode und Gestalten am BBZ Olten fest. Anlass zum Feiern gebe es nämlich gleich doppelt, denn dieses Jahr schlossen Absolventinnen und Absolventen von zwei Berufen ab. «Neben den Bekleidungsgestalterinnen und -gestaltern sind zum ersten Mal auch die Bekleidungsnäherinnen und -näher der gesamten Deutschschweiz dabei», bemerkte sie sichtlich stolz. Der Stolz stand auch den 21 elegant gekleideten jungen Frauen und Männern im Saal ins Gesicht geschrieben. Gemeinsam mit ihren Eltern und Freunden erwarteten sie vorfreudig die Diplomvergabe.

Cornelia Jelitto übergab das Wort an Edith Rosenkranz, Projektverantwortliche im Ressort Berufliche Grundbildung beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). «Wie viele Stecknadeln haben Sie im Laufe Ihrer Grundbildung gesteckt?», wollte die gelernte Damenschneiderin von den Absolventen wissen, und erntete viele Lacher. Sie war sicher: «Es dürften Tausende gewesen sein, aber genau wissen Sie es nicht.» Was die Lernenden des diesjährigen Abschlussjahrgangs aber wüssten: Dass sie nun den eidgenössischen Berufsabschluss gemacht haben und somit gut gerüstet sind für den Arbeitsmarkt. Edith Rosenkranz unterstrich die Pionierrolle der Bekleidungsnäherinnen und -näher und erklärte, dass es nicht ganz einfach gewesen sei, diesen neuen Beruf zu schaffen. Die Diplomanden ermunterte sie: «Stecken Sie nicht nur Stecknadeln, stecken Sie sich Ziele!»

BBZ-Direktor Georg Berger dankte Edith Rosenkranz und war voll des Lobes für ihre Arbeit, die wesentlich dazu beigetragen habe, dass es den Beruf der Bekleidungsgestalterin weiterhin gebe. Obschon dieser mit dem Berufsbildungsgesetz von 2004 hätte überprüft werden sollen, konnte der Reformprozess erst 2011 in Gang gesetzt werden, erklärte er. Schliesslich habe es die Interessengemeinschaft für die Berufsreform der Bekleidungsgestaltung (IBBG) mit Sitz am BBZ Olten aber geschafft, die Grundlagen für einen modernen, zukunftsgerichteten Beruf zu schaffen. Dies, wie er betonte, unter massgeblicher Mithilfe der beiden anwesenden Expertinnen Edith Rosenkranz und Brigitta Spalinger.

So sei einerseits der Beruf der Bekleidungsgestalterin überarbeitet worden. Die Wirtschaft lege insbesondere Wert auf das Beherrschen der rationellen Verarbeitungstechniken, weshalb die Lehrwerkstätten nun vermehrt in Kleinserien arbeiteten. «In Olten sind wir besonders stolz auf unsere einzigartige Stellung in der Herstellung von Fasnachtskostümen», sagte Berger. Und verriet, dass er als Mitglied der Fröscheweid-Zunft selbst Kunde der Lehrwerkstätten ist. Besonderes Gewicht verlieh er der Einführung der zweijährigen Grundbildung zur Bekleidungsnäherin im Jahr 2014. Das BBZ Olten als Kompetenzzentrum bildet alle Bekleidungsnäherinnen und -näher der deutschen Schweiz aus. Die neun Lernenden des ersten Ausbildungsjahrgangs seien nun Spezialistinnen und Spezialisten für die Herstellung und rationellen Verarbeitungsprozesse von Bekleidungsstücken. Er riet den jungen Leuten, sich weiterzubilden und bat sie: «Erhaltet euch euer Feuer.»

Ans Mikrofon trat anschliessend Brigitta Spalinger, Bildungssachverständige in der Reformkommission der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz und Leiterin
Lehraufsicht des Erziehungsdepartements Basel-Stadt. «Als Vertreterin der Kantone habe ich bei der Revision der beiden Ausbildungen mitgearbeitet», liess sie die Anwesenden wissen. «Heute werden wir belohnt für unseren Einsatz, weil wir den ersten Abschluss der Bekleidungsnäherinnen und-näher feiern können.» Dass sich ihre Arbeit gelohnt habe, sehe sie daran, dass alle 21 Kandidatinnen und Kandidaten bestanden haben.

Diese wurden nun auf die Bühne gebeten. Die 9 Bekleidungsnäherinnen und -näher erhielten das Berufsattest ausgehändigt, den 12 Bekleidungsgestalterinnen und – gestaltern wurde das Fähigkeitszeugnis überreicht. Zwei der Lernenden wurden aufgrund ihrer überdurchschnittlich guten Noten mit einer Geldprämie belohnt. Alle Diplomierten durften zudem eine wertvolle Schere mit Namensgravur in Empfang nehmen. Zuletzt gab ihnen Schulleiterin Cornelia Jelitto noch eines auf den Weg: «Folgen Sie Ihrem roten Faden – und lassen Sie ihn nicht mehr los!»

(Für das BBZ Olten – Isabel Hempen – 08.07.2016)